CRV – das Chance-Risiko-Verhältnis beim Trading kurz erklärt

Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) beschreibt im Trading die Relation zwischen dem möglichen Gewinn eines Trades und dem dafür eingegangenen Risiko. Damit ist ausdrücklich nicht die Erfolgswahrscheinlichkeit des Trades gemeint.

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Beispiel für ein CRV

CRV - das Chance-Risiko-Verhältnis beim Trading kurz erklärt

Wenn Sie als Anleger ein Wertpapier kaufen, verknüpfen Sie damit die Erwartung einer gewissen Preisentwicklung. Es könnte sich beispielsweise um ein Derivat (CFD, Knock-out) auf einen Index handeln. Sie erkennen ein potenzielles Handelssignal für den Kauf des Derivats und können anhand einer vorherigen Kursmarke – etwa eines früheren Wochenhochs – auch erkennen, dass dieses Derivat seinen Preis verdreifachen könnte.

An der erkennbaren Marke ist nicht sicher, ob sein Kurs noch weiter steigt. Die Chance läge damit bei einer Kursentwicklung auf 300 %, also einem möglichen Gewinn von 200 %. Dem steht gegenüber, dass das Derivat bei einer negativen Kursentwicklung wertlos verfallen könnte. Das würde ein Risiko von 100 % bedeuten. Das CRV läge in diesem Fall bei 2:1.

Es ist auch möglich, dass Sie eine Marke für einen vernünftigen Stopploss bei 40 % seines Einstiegspreises entdecken. Sie würden also (mögliche Gebühren vernachlässigt) 60 % Ihres Einstandspreises riskieren, denen der mögliche Gewinn von 200 % entgegen stünde. Das CRV betrüge ohne Gebühren 200:60 = 3,333:1. Dieser Trade ist durchaus zu empfehlen, wenn die Signallage ansonsten für eine hohe Erfolgswahrscheinlichkeit spricht.

Wie bedeutsam ist das Chance-Risiko-Verhältnis beim Trading?

Das Chance-Risiko-Verhältnis ist eine von mehreren Kennzahlen, die für oder gegen einen Trade sprechen. Weitere Faktoren sind

  • die Güte des Handelssignals und
  • das Moneymanagement.

Ein Handelssignal muss vorhanden und vielversprechend sein. Wenn seine Qualität nicht mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit für einen Gewinn spricht, nutzt auch das beste CRV nichts. Die Qualität des Handelssignals und das CRV lassen sich ihrerseits in Relation zueinander setzen. Gesetzt den Fall, Sie wissen als Trader von einem Handelssignal, dass dieses mit 50%iger Wahrscheinlichkeit für Gewinne sorgt, dann würden Sie mit einer großen Zahl von Trades und einem CRV von 2:1 ohne Gewinn, aber auch ohne Verlust aus dem Handel gehen.

Bei einem CRV von 2,5:1 oder gar 3:1 müssten Sie rein mathematisch gewinnen. Allerdings ist hierbei zu beachten, dass es mehrere Verluste in Serie geben kann. Das Signal kann zwar im großen Durchschnitt in der Hälfte aller Fälle für Gewinne sorgen, jedoch zu Beginn einer Serie mehrere Verluste in Folge bewirken, die das Kapital reduzieren. Es müssten dann mehrere Gewinne hintereinander folgen, damit sich der Kapitalstand wieder aufbaut.

An dieser Stelle kommt das Moneymanagement ins Spiel. Wenn Sie als Trader nicht genügend Kapital besitzen, um eine lange Serie von Trades durchzuführen, müssen Sie irgendwann die Segel streichen – möglicherweise kurz vor dem Punkt, an dem eine Erfolgsserie begonnen hätte.

CRV: das Fazit

Als Trader sollten Sie sich zunächst um Ihr Kapital und das erforderliche Moneymanagement, danach um gute Handelssignale kümmern. Wenn Sie sicher sind, dass Sie genügend Kapital besitzen, um wirklich handeln zu können, wenn Sie zweitens gute Handelssignale entdeckt haben, dann sollten Sie drittens Trades mit einem guten CRV eingehen. Bei einer Signalqualität mit 50 % Gewinnchance muss Ihr CRV über 2:1 liegen, damit Sie langfristig gewinnen.

Da es nur wenige Signale mit viel höherer Gewinnwahrscheinlichkeit gibt, sollten Sie das CRV von 2:1 als Mindestwert betrachten. Besser sind 3:1 oder darüber.


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